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Die Gauklerblume ist ein reines Blühwunder. Die in verschiedensten Farben und Farbkombinationen erhältlichen Pflanzen sind ideal für Gefäße und Gartenbeete. Sie benötigen einen guten Standort und passenden Substrat. Außerdem sind die Pflanzen durstig, einige mögen sogar richtige Nässe, wachsen am oder im Gartenteich. Die Gauklerblume ist absolut vielseitig und dabei doch pflegeleicht. Einige Arten sind sogar winterhart, andere können überwintert werden. Was es über die Gauklerblume und ihre Pflege zu wissen gibt, haben wir für Sie zusammengetragen.
Steckbrief
- Wird auch Affenblume genannt
- Etwa 170 Arten
- Krautige ein- und mehrjährige Pflanze (einige Arten sind winterhart, andere nicht)
- Land- und einige auch Wasserpflanzen
- Es gibt sowohl aufrecht wachsende, als auch buschige und kriechende Arten
- Stammt ursprünglich aus dem westlichen Nordamerika und auch aus Australien.
- In Europa sind nur zwei Arten eingebürgert.
- Zwischen 30 und 90 cm hoch, die meisten zwischen 30 und 50 cm.
- Blüten in meist leuchtenden Farbtönen, von weiß, über gelb und orange bis blau und sogar mehrfarbig
- Blüten sehen orchideenartig aus
- Blüht den ganzen Sommer
- Bildet Kapselfrüchte, welche winzige Samen enthalten
Schöne Arten und Sorten
Mimulus cardinalis – leuchtend rote Blüten, Blüte von Juni bis September, etwa 40 cm hoch, auch für trockenen Boden geeignet
- Mimulus cupreus ’Roter Kaiser’ – scharlachrote Blüten von Juni bis September, nur etwa 15 cm hoch
- Mimulus guttatus (Gewöhnliche Gauklerblume) – Gelbe Blüten von Frühsommer bis Herbst, wird 30 bis 40 cm hoch
- Mimulus luteus – goldgelbe Blüten mit zwei rotbraunen Flecken im Schlund , Blüte von Juni bis September, winterhart, etwa 50 cm hoch
- Mimulus luteus ’tigrinus’ – goldgelbe Blüten mit roten Flecken, Blüte von Juni bis September, wird etwa 20 cm hoch
- Mumulus primuloides – reingelbe Blüte von Mai bis Juli, wird nur etwa 5 cm hoch
- Mimulus moschatus – gelbe Blüte mit braunen Flecken von Mai bis November, polsterbildend, nur 10 cm hoch, gut für Blumenampeln
- Mimulus ringens – blauviolette Blüten von Juni bis September, 20 cm hoch, ideal für Sumpfflächen und flache Wasserzonen
- Mimulus tigrinus ’Grandiflorus’ – rotgelb gefleckte Blüten von Juni bis September, ca. 20 cm hoch
- Mimulus hybridus ’Orange Glow’ – leuchtend orange Blüten von Mai bis September, wird etwa 15 cm hoch
- Mimulus luteus ‘Highland Pink’ – rosa Blüten von Juni bis September, etwa 10 cm hoch
Pflege
Die Gauklerblume ist pflegeleicht, wenn man ihr gute Bedingungen bietet. Wichtig sind ein entsprechender Standort und passendes Pflanzsubstrat. Das Pflanzen ist unkompliziert, nur bei den Arten, die es nass mögen, muss man natürlich derartige Bedingungen bieten. Fast alle Gauklerblumen benötigen reichlich Wasser, mögen dauerhaft feuchtes Substrat und keine Trockenheit. Bei Kübelpflanzen kann es im Sommer passieren, dass sie morgens und abends gegossen werden müssen, weil die Sonne und die Temperaturen die Kübelerde schnell austrocknen. Das wiederum ist sehr ungünstig.
Die Überwinterung der nicht frostfesten Pflanzen ist zwar nicht schwer, wird aber in der Regel nicht gemacht, da die Anzucht der Pflanzen aus Samen so einfach ist, dass die meisten Pflanzenliebhaber darauf zurückgreifen und sich die Überwinterung sparen. Aufpassen muss man auf Schnecken. Die lieben Gauklerblumen und haben sie förmlich zum fressen gern. Oft bleibt nichts von den schönen Blühpflanzen übrig.
Standort
Beim Standort haben die einzelnen Arten oft unterschiedliche Ansprüche. Diese sollten gleich beim Kauf erfragt werden. Einige mögen einen Platz im Wasser, andere im immer feuchten Randgebiet eines Teiches. Wenige Arten kommen auch mit etwas trockeneren Plätzen aus, aber das sind eher die Ausnahmen. Feuchtigkeit ist den meisten wichtig.
Sonniger bis halbschattiger Platz
- Ideal ist ein Standort mit Morgen- oder Abendsonne, ohne die knallige Mittagssonne oder auch sehr heller Halbschatten
- Bei zu viel Sonne verblühen die Blüten sehr schnell und man muss sehr viel gießen
- In permanent feuchter Erde
- Am besten im Uferbereich eines Gartenteiches (bis zu 10 cm Wassertiefe)
- Gut unter immergrünen Sträuchern
- Beim Pflanzen im Kübel – nicht in die Sonne stellen
- Auf gute Luftzirkulation achten
Pflanzsubstrat
Demzufolge gibt es auch bei den Substraten Unterschiede. Für viele Arten ist ein feuchtes Substrat ausschlaggebend für ein gutes Gedeihen. Einige mögen richtige Nässe, stehen gern im Uferbereich oder gar im Wasser von Teichen. Wenige Arten kommen auch mit normalen Substraten aus, einige ganz wenige auch mit recht trockenen Böden.
- Bei einigen Sorten ist Staunässe ideal
- Die meisten mögen ein gleichmäßig leicht feuchtes Erdreich.
- Gleich beim Kauf nach den Bedingungen fragen oder, wer den genauen Namen hat, kann im Internet selbst nachschauen.
Pflanzen
Beim Pflanzen ist nicht viel zu berücksichtigen. Die Pflanzballen sollten vor dem Auspflanzen in Wasser getaucht werden, damit sie sich richtig voll saugen können. Bei Landpflanzen kann Kompost unter die Erde gemischt werden. Bei Wasserpflanzen ist dringend davon abzusehen.
- Erst nach den Eisheiligen ins Freiland pflanzen
- Beim Pflanzen in Gefäßen keine Drainage legen, denn die Gauklerblume mag es recht feucht
- Pflanzerde mit Kompost mischen
- Pflanzabstand 20 bis 30 cm
- Wurzelballen vor dem Pflanzen in Wasser tauchen, damit er sich richtig voll saugen kann
- Erde schön festdrücken
- Angießen
- Eine Mulchschicht schützt vor Austrocknung
Gießen und Düngen
Da die Gauklerblume feuchte Substrate liebt, muss dementsprechend oft und reichlich gegossen werden. Bei großer Hitze und auch bei Sonneneinstrahlung kann es passieren, dass zweimal pro Tag gegossen werden muss. Die Erde trocknet schnell aus. Wasser muss nachgereicht werden. Auch Dünger wird reichlich benötigt.
- Gauklerblumen benötigen regelmäßig und viel Wasser
- Kübelpflanzen brauchen noch mehr Wasser
- Einmal pro Woche Flüssigdünger zugeben, aber nicht, wenn die Pflanze im Teich steht, das würde das Wasser zur Algenblüte bringen und zwar schnell
- Guano ist für die Gauklerblume ideal
Schneiden
Geschnitten werden muss kaum. Lediglich auszupfen ist sinnvoll, damit die Pflanze immer wieder neue Blüten nachschiebt. Ansonsten gibt es da nicht viel zu tun.
Verwelkte Blüten abzupfen, es sei denn, die Eigenaussaat ist gewünscht
- Gegen Ende der Blütezeit kann man Samen reifen lassen. Diese können dann für die nächste Aussaat genutzt werden.
- Winterharte Sorten nach der Blüte zurückschneiden
Überwintern
Die winterharten Arten sind ganz einfach zu überwintern. Sie werden im Herbst, sobald die Blüte vorüber ist, bodennah abgeschnitten. Danach sollten sie abgedeckt werden, denn sie sind recht empfindlich, wenn die Minustemperaturen längere Zeit im zweistelligen Bereich bleiben. Zum Abdecken eine dicke Schicht Reisig, Laub oder Stroh auf die Pflanzen packen.
- Nicht winterharte Sorten können im Herbst ausgegraben und kompostiert werden.
- Wer ein entsprechendes Winterquartier besitzt, kann allerdings auch die Überwinterung probieren.
- Ein kühler, dunkler Keller ist dafür ideal. Minustemperaturen sollten aber nicht herrschen.
- Ab März holt man die Pflanzen wieder hervor, stellt sie heller und wärmer.
- Licht und Temperaturen werden langsam erhöht.
- Nach den Eisheiligen können die Pflanzen wieder ins Freie, müssen aber langsam an den Sonnenschein gewöhnt werden.
Vermehren
Die Vermehrung gelingt durch Aussaat und Stecklinge. Samen können gekauft oder selbst gewonnen werden. Wichtig ist, die Samen bis zum Frühjahr in einem luftdichten Behälter aufzubewahren, der kühl, dunkel und trocken gestellt werden sollte.
Anzucht
- Bester Termin für die Anzucht ist im März
- Samen nur leicht mit Erde bedecken
- Ideal ist die Anzucht im Minigewächshaus
- Alternativ eignet sich auch eine warme Fensterbank
- Ideale Keimtemperaturen zwischen 12 und 15° C
- Substrat gleichmäßig leicht feucht halten, keinesfalls zu nass
- Keimung in der Regel nach 14 Tagen
- Nach 4 Wochen pikieren
- Sie blühen schon nach 8 bis 9 Wochen nach der Aussaat
Kopfstecklinge
- Kräftige Triebe von 15 bis 20 cm Länge schneiden
- Alle Blüten entfernen
- Alle Blätter bis auf die obersten 3 bis 4 abschneiden
- Triebe entweder in ein Wasserglas oder in Anzuchterde stecken
- Beide Methoden gelingen gut
- Warm stellen und immer leicht feucht halten
- Auf Schädlinge kontrollieren
- Wenn die Triebe im Wasserglas bewurzelt sind, können sie eingepflanzt werden.
Krankheiten und Schädlinge
Der größte Feind der Gauklerblume ist die Schnecke. Nacktschnecken lieben diese Pflanze und können große Schäden unter ihnen anrichten. Allerdings machen auch Gehäuseschnecken nicht Halt vor dieser Delikatesse. Man muss die zarten Pflänzchen gegen die gefräßigen Schädlinge verteidigen und entsprechende Schutzmaßnahmen ergreifen.
Am besten schon vor dem Pflanzen Schneckennematoden im Beet ausbringen.
- Gefäße mit Gauklerblumen so stellen, dass Schnecken möglichst nicht herankommen.
- Schneckenkorn ausbringen
- Schneckenkragen aufstellen
- Schnecken absammeln
- Kaffeemehl und Kaffeesatz in Streifen um die Pflanzen geben
- Schneckenzäune
- Ideal sind Indische Laufenten, aber die sind nicht für jeden Hausgartenbesitzer eine Option.
- Ein feinkrümeliger, lockerer Boden verhindert ein Eindringen von Schnecken.
- Abwehrend wirken Pflanzen, welche Gerb- und Bitterstoffe oder ätherische Öle enthalten, z.B. Alpenveilchen, Begonien, Bohnenkraut, Borretsch, Brennnesseln, Buchsbaumhecke, Efeu, Estragon, Holunderblätter, Kamille, Koriander, Lavendel, Liebstöckel, Majoran, Rainfarn, Wermut und andere.
Vorsicht: Die Jauche nicht mit Pflanzen in Kontakt bringen. Es handelt sich um ein hochgiftiges Eiweiß. Die Methode ist also nur etwas für kinder- und haustierfreie Gärten.
Schneckenköder sind zwar wirksam, aber man lockt damit natürlich sämtliche Schnecken der Umgebung an. Unter Umständen wird das Problem dadurch größer, auch wenn viele Schnecken verenden.
Häufig gestellte Fragen
Was gibt es wichtiges bei der Pflege der Gauklerblume im Gartenteich zu beachten?
Die Pflanze wächst sowohl in der feuchten Erde des Gewässerrandes, als auch im flachen Wasser der Uferrandzone. Sie wird am besten am Teichrand zwischen einige größere Steine eingesetzt. Die Steine dienen als Grenze, damit sich die Gauklerblume nicht unkontrolliert ausbreitet und alles überwuchert. Als Nachbarn eignen sich Sumpfdotterblumen und Vergissmeinnicht. Jüngere Gauklerblumen benötigen in kalten Lagen einen Winterschutz.
Welches ist die ideale Wassertiefe für Gauklerblumen?
Die ideale Wassertiefe für Gauklerblumen wird meist mit 10 cm angegeben. In dieser Tiefe gehen aber ganz viele der Pflanzen ein. Sie stehen meist lieber direkt im feuchten Uferbereich, nicht im Wasser. Das kann man nur ausprobieren. Am besten also erst mal nur eine Pflanze einsetzen und abwarten.