Die Braune Stinkwanze trägt ihren Namen zurecht. Sie sondert ein übelriechendes Sekret ab. Wer sie auf dem Grundstück bemerkt, muss schnell reagieren. Wir zeigen, wie Sie den Schädling wirksam bekämpfen können.
Stinkwanzen erkennen
Die Stinkwanze (Palomena prasina) zählt zur Familie der Baumwanzen (Pentatomidae). Sie wird auch als Gemeiner Grünling bezeichnet.
Eigenschaften
- bis 15 Millimeter groß
- auffälliges breites Rückenschild
- Färbung im Frühjahr und Sommer grün, im Herbst braun
- Ablage von 200 Eiern pro Weibchen im Frühjahr
- Entwicklung der Larven bis zum fertigen Insekt dauert etwa acht Wochen
- Lebensraum: Gärten, Parks, Wälder
- Nahrung: Pflanzen, Früchte
Schäden im Garten
Stinkwanzen richten keinen großen Schaden im Garten an. Ihre Fraßspuren sind an Blättern erkennbar. Knospen verkümmern und Blüten öffnen sich nicht. Beeren und Obst werden von ihnen ausgesaugt. Braune Einstichstellen werden sichtbar und der Geschmack leidet. Tomaten und Paprika gehören zu den beliebten Wirtspflanzen. Die Früchte weisen nach einem Befall helle Flecken auf, die sich später schwammig ausbilden.
Quelle: Anders Sandberg from Oxford, UK, Nam nam! (2813703231), Bearbeitet von gartenrat.de (MKr), CC BY 2.0
Schäden in der Wohnung
Durch Tür- und Fensterritzen gelangen die Stinkwanzen auf der Suche nach einem Winterquartier in die Wohnung. Sie können Menschen nicht stechen oder beißen. Sie gelten auch nicht als Überträger von Krankheiten. Kleinkinder und empfindliche Personen können dennoch mit Hautreizungen auf das Sekret des Tieres reagieren.
Wohnungen werden bei einem Befall durch das ekelhaft stinkende Sekret, welches die Tiere abgeben, geschädigt. So haftet der Geruch lange an Möbeln und Textilien. Selbst von den Händen ist er nur schwer zu entfernen.
Stinkwanzenbefall in der Wohnung vorbeugen
1. Nistplätze beseitigen
Entfernen Sie am Haus Ablagerungen aus Tannennadeln, Tannenzapfen, Eicheln, Reisig usw. diese werden von Wanzen gern als Nistmöglichkeiten genutzt.
2. Türen und Fenster verschließen
Stinkwanzen werden durch Licht in Wohnräume gelockt. Verschließen Sie die Fenster und Balkontüren im Sommer mit Fliegengittern. Dichten Sie Fenster- und Türritzen sorgfältig ab. Vermeiden Sie die Innenbeleuchtung bei unverschlossenem Fenster.
3. Essigreinigungsmittel verwenden
Wanzen mögen den Geruch von Essig nicht. Reinigen Sie Ihre Wohnung gründlich. Verwenden Sie Putzmittel auf Essigbasis.
4. Zimmerpflanzen schützen
Kontrollieren Sie Ihre Zimmerpflanzen regelmäßig auf einen Befall mit Schädlingen. Besprühen Sie Ihre Pflanzen mit einer Mischung aus Neemöl und Wasser. Geben Sie einen Teelöffel des Öls auf 250 Milliliter Wasser. Gießen Sie Ihre Zimmerpflanzen sorgfältig, denn Wanzen mögen Trockenheit.
5. Pflanzen am Haus beseitigen
Rasenflächen und Beete, die direkt am Haus anschließen, ermöglichen Stinkwanzen den Zugang zur Wohnung. Lassen Sie möglichst etwas Abstand zwischen Haus und bepflanzten Flächen. Schneiden Sie Büsche und Sträucher, die gern von Stinkwanzen besiedelt werden, regelmäßig zurück.
Stinkwanzen bekämpfen
1. Insekten sofort entfernen
Wenn Sie in der Wohnung eine braune Stinkwanze entdecken, fassen Sie diese auf keinen Fall an. Versuchen Sie, ihr ein Blatt Papier unterzuschieben und sie mit Hilfe eines übergestülpten Glases nach draußen zu befördern. Im Garten können Sie sie einfach per Hand abschütteln oder absammeln. Tragen Sie dabei jedoch immer Handschuhe!
2. Wanzen mit Neemöl besprühen
Sprühen Sie Ihre Pflanzen mit Neemöl ein. Das aus den Samen des Neembaumes gewonnene Öl ist ein beliebtes Hausmittel. Es vertreibt Stinkwanzen, Milben und andere Plagegeister ganz ohne Chemie.
3. Essig-Seifenlauge herstellen
Ebenso wie das Neemöl hat sich auch diese Flüssigkeitsmischung als sehr hilfreich bei der Bekämpfung von Stinkwanzen erwiesen. So stellen Sie die Lösung her:
- Wasser, Essig und Spülmittel im Verhältnis 4 zu 2 zu 1 mischen
- Beispiel: 200 Milliliter Wasser, 100 Milliliter Essig, 50 Milliliter Spülmittel
- Stinkwanzen direkt besprühen
- zur Vorbeugung auf etwaige Eingänge wie Fenster- und Türrahmen ausbringen
- schadet den Wanzen nicht
- nur abschreckende Wirkung
4. Stinkwanzen mit Rhabarbersud bekämpfen
Auch mit Rhabarbersud können Sie Stinkwanzen wirksam vertreiben. Dazu gehen Sie einfach folgendermaßen vor:
- 500 Gramm zerkleinerte Rhabarberblätter mit drei Litern kochendem Wasser übergießen
- Aufguss ziehen und abkühlen lassen
- durch Sieb abseihen
- Pflanzen sorgfältig einsprühen
- Anwendung zweimal im Abstand von jeweils einer Woche wiederholen
Häufig gestellte Fragen
Die Lebenserwartung der Insekten beträgt 12 bis 14 Monate.
Leider haben die unbeliebten Tiere im europäischen Raum kaum natürlichen Feinde. Stinkwanzen stammen aus Asien, wo verschiedene Schlupfwespenarten als Parasiten der Larven auftreten und diese vernichten. Ein natürlich gestalteter Garten, in dem sich nützliche Insekten und Kleintiere wohlfühlen, ist der beste Schutz gegen Schädlinge.
Auf der Suche nach einem warmen Winterquartier gelangen die lästigen Insekten in die Wohnung, in den Keller oder auf den Dachboden. In Blumentöpfen, unter Fußbodendielen, in Wandvertäfelungen und sogar hinter Gemälden sind die zu finden. Wenn Sie eine Stinkwanze in der Wohnung entdecken, befördern Sie diese schnell nach draußen.
Versuchen Sie auf keinen Fall, die Insekten mit dem Staubsauger zu beseitigen. Sie geben einen ekelhaften Geruch an den Staubsauger ab.
Im Handel werden Klebefallen angeboten, um Stinkwanzen in der Wohnung zu bekämpfen. Es besteht bei der Verwendung die Gefahr, dass die Insekten an den Klebefallen noch ihr übelriechendes Sekret versprühen. Der Geruch lässt sich sehr schwer aus der Wohnung entfernen. Wir empfehlen, die Plagegeister mit dem Hausmittel Neemöl aus der Wohnung zu vertreiben.