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Tabakwaren die Bauerntabak enthalten weisen einen deutlich höheren Nikotingehalt auf, weshalb sie in Deutschland nicht vertrieben werden dürfen. Die Tabakpflanze selbst gehört zu den Nachtschattengewächsen und zu den einjährigen Kräutern, die Wuchshöhen von bis zu 2 m erreichen können. Die Blätter der Tabakpflanze, die später zur Tabakherstellung verwendet werden, sind nicht besonders dick, hellgrün und mittelgroß. Die Tabakpflanze kann man durchaus selber anbauen, was allerdings relativ aufwendig ist.
Steckbrief
- Wissenschaftlicher Name ist Nicotiana.
- Gattung Nicotiana umfasst etwa 65 bekannte Arten.
- Tabakpflanze ist ein Nachtschattengewächs.
- Sie ist eine einjährige Pflanze.
- Typisch für die Nachtschattengewächse ist die fünfblättrige Blüte.
- Charakteristischer Inhaltsstoff ist Nikotin.
- Sie ist verwandt mit Kartoffel, Aubergine und Paprika.
- Samen wachsen in 1,5 bis 2 cm langen Kapseln.
- Wichtigste kultivierte Sorten sind Virginia-, Burley- und Orienttabak.
- Alle drei Sorten gehören zum Virginischen Tabak.
Aussaat
In wärmeren Regionen kann ab Ende März ausgesät werden und in kälteren frühestens ab Mitte April. Am sinnvollsten ist es, ab Mitte März in einem Zimmergewächshaus vorzuziehen. Hat man kein Zimmergewächshaus zur Verfügung, kann man auch in kleine Töpfe aussäen und für das richtige Klima eine lichtdurchlässige Plastiktüte darüber stülpen.
Man verteilt die Samen auf handelsüblicher Anzuchterde und drückt sie leicht an. Die Samen dürfen nicht mit Erde bedeckt werden, da diese Pflanze zu den Lichtkeimern gehört. Das Substrat wird angefeuchtet und sollte ab jetzt immer gleichmäßig feucht gehalten werden. Wichtig ist, dass das Substrat nicht zu nass ist.
Keimphase
Zum Keimen stellt man das Aussaatgefäß an einen möglichst halbschattigen und warmen Platz bei Temperaturen zwischen 20 und 25 Grad, z.B. auf der Fensterbank über einer Heizung. Direkte Sonneneinstrahlung sollte unbedingt vermieden werden. Die Samen keimen relativ schnell, in der Regel innerhalb von 4-10 Tagen.
Umpflanzen
Sind die Keimlinge mindestens 1 cm groß oder haben zwei Blattpaare entwickelt, können sie vereinzelt werden. Dazu hebt man sie z.B. mit einem kleinen Teelöffel vorsichtig mit etwas Erde aus dem Aussaatgefäß und pflanzt sie in Abständen von mindestens 3 cm in Töpfe. Pflanzen, die man dauerhaft im Topf kultivieren möchte, sollte man in Töpfe mit einem Durchmesser von 40 cm pflanzen, jeweils zwei Pflanzen im Abstand von 30 cm. Als Substrat für die Topfkultur kann man Komposterde und Sand im Verhältnis 3:1 mischen. Auch jetzt muss man das Substrat weiter feucht halten.
In den Garten pflanzen
Nach etwa 6-8 Wochen sind die Tabakpflänzchen ungefähr 10 cm hoch und haben 4-6 Blattpaare gebildet. Es ist ratsam, sie jetzt langsam an die neuen Bedingungen im Freien zu gewöhnen, damit sie ein kräftiges Wurzelwerk ausbilden können, was sie für die weitere Entwicklung der Blätter benötigen. Dazu hält man sie etwa 1-2 Wochen vor der Pflanzung etwas trockener.
Zum Auspflanzen verwendet man nur die kräftigsten Pflanzen, die Schwächeren hält man noch zurück, sozusagen als Reserve, falls eine Pflanze verkümmert oder Schnecken zum Opfer fällt. Von Mitte Mai/Ende bis in den Juli hinein können sie dann nach draußen gepflanzt werden. Der Boden sollte schon etwas erwärmt sein und vor allem gründlich aufgelockert werden.
Unmittelbar vor dem Auspflanzen gießt man die jungen Pflänzchen. Ist der Gartenboden leicht und relativ trocken, sollte auch er etwa eine Stunde vor dem Auspflanzen gegossen werden, denn der Boden sollte beim Pflanzen mäßig feucht sein.
Am besten pflanzt man in Reihen mit einem Abstand zwischen den Pflanzen von 40 und einem Reihenabstand von 46-60 cm. Wird kein Mindestabstand eingehalten, beschatten sich die Pflanzen gegenseitig und auch die Luft kann nicht zwischen ihnen zirkulieren, die feuchte Luft staut sich. Die Pflanzlöcher in die die Pflanzen eingesetzt werden, sollten jeweils zwischen 5 und 9 cm tief sein. Man pflanzt so, dass der Stängel etwa 2 cm tief in der Erde sitzt.
Standort
- Tabak mag sehr sonnige, helle Standorte
- Zu intensive Sonneneinstrahlung und verbrennen der Blätter vermeiden
- Standorte ohne pralle Mittagssonne.
- Schutz vor Sturm und Hagel
- Zu dunkle Bereiche sind ungeeignet.
Bodenbeschaffenheit
Wenn man selber Tabak anbauen möchte, spielt vor allem die Bodenbeschaffenheit eine wichtige Rolle. Er darf auf keinen Fall zu Staunässe neigen und auch der Grundwasserspiegel sollte mindestens einen Meter tief liegen. Des Weiteren muss er locker und je nach Art eher trocken bis feucht sein. Während leichter, sandiger humoser Boden sehr gut für den Tabakanbau geeignet ist, sollte man schwere Lehmböden eher meiden. Das Erdreich muss regelmäßig aufgelockert, sprich durchgehackt werden. Ansonsten ist ein neutraler bis leicht saurer Boden mit einem pH-Wert zwischen 6 und 7 optimal.
Gießen und Hacken
An besonders warmen Tagen passiert es häufig, dass die jungen Tabakpflanzen tagsüber leichte Anzeichen von Welke zeigen, dass ist aber normal. In der Nacht erholen sie sich in der Regel schnell wieder. Bei bedeckter und feuchter Witterung treten diese Welkeerscheinungen nicht auf. Auch bei älteren Pflanzen sollte das Problem nicht mehr auftreten.
Der Wasserbedarf ist je nach Sorte unterschiedlich. Während Orienttabak wenig Wasser und Nährstoffe benötigt, müssen Sie andere Sorten regelmäßig gießen. Dementsprechend muss vor allem bei andauernder Trockenheit häufiger gegossen werden.
Da die Wurzeln von Tabakpflanzen viel Luft benötigen, ist häufiges Hacken besonders wichtig. Der Boden muss immer locker und gut durchlüftet sein. Dabei dürfen die Wurzeln der Pflanzen nicht verletzt werden. Das erste Mal hackt man nach etwa 10 Tagen und dann immer regelmäßig nach 10-14 Tagen. Dabei wird die Erde zum Stängel der Pflanze hin angehäufelt, da sorgt für eine gute Belüftung des Bodens und unterstützt zudem die Stabilität der Pflanze. Vor allem nach einem kräftigen Regenguss sollte man den Boden hacken.
Nährstoffbedarf der Tabakpflanze
Was den Nährstoffbedarf betrifft, sind zu wenige Nährstoffe ebenso ungünstig wie zu viele. Stickstoff ist im Gartenboden häufig in zu geringen Mengen enthalten und kann durch die Gabe von mineralischem Dünger oder Kompost ausgeglichen werden. Der Kaliumbedarf dieser Pflanze ist relativ hoch.
In vielen handelsüblichen Kaliumdüngern ist Chlor enthalten, der die Tabakpflanze stark schädigt. Deshalb sollte man auf chlorfreie Dünger achten. Der Bedarf an Phosphor ähnelt dem von Getreide. Der Boden sollte aber auch ausreichend Bor und Kalk enthalten. Die in geringen Mengen benötigten Spurenelemente sind in der Regel in ausreichender Konzentration im Boden enthalten.
Düngung
Im Handel wird ein spezieller Dünger für Tabakpflanzen angeboten. Dabei handelt es sich um ein Mineralstoffdünger-Konzentrat (Nicota). Es ist speziell auf die Bedürfnisse von Tabakpflanzen abgestimmt und kann den Pflanzen wichtige Mineralstoffe und Spurenelemente in ausreichender Menge liefern. Dieses Konzentrat wird 150-fach verdünnt, also 100 ml des Konzentrats auf 15 Liter Wasser. Das Wasser sollte möglichst weich sein, am besten Regenwasser.
Dieser Dünger darf auf keinen Fall unverdünnt verabreicht werden. Er ist sowohl für die jungen Setzlinge als auch die heranwachsenden Pflanzen geeignet und wird während der Wachstumsphase einmal wöchentlich über das Gießwasser verabreicht. Mit Beginn der Ernte kann man das Düngen langsam einstellen. Übrigens soll auch gut verrotteter Stallmist ein sehr guter Dünger sein. Dieser sollte bereits im Herbst in den Boden eingearbeitet werden.
Köpfen und Ausgeizen
Zeigen sich die ersten Knospen, werden diese etwa 5-10 cm unter dem ersten Blütenansatz abgeschnitten, was in Fachkreisen aus als ‘Köpfen’ bezeichnet wird. Das ist notwendig, damit die Nährstoffe ausschließlich den Blättern zugutekommen.
Des Weiteren muss man Tabakpflanzen ähnlich den Tomaten ausgeizen, d.h., dass sämtliche Seitensprosse, die sich zwischen Stängel und Blattacheln bilden, entfernen. Sie können, sobald sie wenige Zentimeter groß sind, leicht herausgebrochen werden. Nachdem Köpfen und Geizen wachsen die Tabakpflanzen innerhalb weniger Wochen schnell heran. Ab jetzt kann man sie regelmäßig nach reifen Blättern durchsuchen.
Tabak ernten
- Etwa alle 2-3 Tage reifen jetzt die Tabakblätter.
- Reifeprozess an von unten nach oben hell verfärbten Blättern zu erkennen
- Erntereif sind sie hellgrün mit vereinzelten gelblichen Stellen
- Zum Ernten seitlich abdrehen
- Bei jedem Erntedurchgang die untersten Blattreihen ernten
- komplette Ernte erstreckt sich in der Regel über 4-6 Wochen.
Richtig trocknen
Zum Trocknen werden die Tabakblätter mithilfe einer dicken Nadel auf ein 2-3 m langes stärkeres Garn aufgefädelt. Dabei sticht man durch die Mittelrippe bzw. durch die dickste Stelle an Blattstiel. Hat man kein passendes Material zur Verfügung, reicht es auch aus, die Tabakblätter aufzuknoten.
Pro Schnur fädelt man etwa 30-50 Blätter auf. Dann hängt man das Ganze an einem luftigen und nicht zu hellen Ort zum Trocknen auf. In den ersten Wochen sollte der Tabak möglichst langsam trocknen. Die komplette Trocknung dauert mehrere Monate. Je länger die Blätter trocknen, desto qualitativ hochwertiger ist der Tabak. Ist es während der Trocknung zu trocken, kann man ab und zu ein feuchtes Tuch in der Nähe aufhängen. Besonders wichtig ist es, die Tabakblätter regelmäßig auf Schimmelbefall zu überprüfen.
Tabak für Zigaretten soßieren
Zigaretten sollten unbedingt soßiert oder fermentiert werden, allerdings ist das Fermentieren äußerst langwierig. Einfacher ist es, die Blätter zu soßieren. Dazu besprüht man sie mit einem Sud aus Zucker und Wasser oder taucht sie in einen entsprechenden Sud. Ganz nach persönlichem Geschmack kann man dem Sud neben Zucker auch andere Aromastoffe wie Anis, Waldmeister oder Whisky beimischen. Nachdem die Blätter soßiert wurden, legt man sie für einige Tage in ein offenes Gefäß und lässt sie danach wieder trocknen.
Häufig gestellte Fragen
Der private Anbau ist in begrenztem Umfang erlaubt. Laut Tabaksteuergesetzt sind “Tabakwaren oder Tabakwaren gleichgestellte Erzeugnisse, die aus selbst angebautem Rohtabak oder Tabakersatzstoffen hergestellt und für den eigenen Bedarf verwendet werden” von der Steuer befreit. Erst bei einem gewerblichen Anbau sind Steuern zu zahlen. Eine genaue Menge, die nicht überschritten werden sollte, wird hier jedoch nicht vorgegeben.
Für den Feinschnitt schneidet man die Blätter mit einem scharfen Messer klein. Bei größeren Mengen ist es ratsam, sich eine Tabakschneidemaschine zu zulegen, damit lassen sich größere Mengen in relativ kurzer Zeit herstellen. Beim Feinschnitt bietet es sich an, diesen gleich nach persönlichem Geschmack aus unterschiedlichen Sorten zu mischen.