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Die Nadelpalme ist eine exotische und trotzdem pflegeleichte Pflanze, die sowohl als Zimmerpflanze, als auch für die Gartenhaltung sehr beliebt ist. Das dekorative Palmengewächs trägt den botanischen Namen Rhapidophyllum hystrix, gehört zu der Familie der Arecaceae und ist ursprünglich in Nordamerika beheimatet. Die Nadelpalme wächst nur langsam, ist dafür aber extrem frosttolerant und ihre Fächerwedel sind immergrün.
Der Name leitet sich von den Stacheln ab, die aus dem Stamm herauswachsen. Die Rhapidophyllum hystrix wird in den hiesigen Breitengraden zwar nur selten angeboten, ist aber eine attraktive Bereicherung für viele Standorte.
Steckbrief
- Dekoratives, exotisches Palmengewächs mit überschaubarer Größe
- Extrem frosthart und widerstandsfähig
- Sowohl für Indoor- als auch Outdoorkultivierung geeignet
- Kann mit ausreichendem Winterschutz im Freien überwintern
- Ist gut in einem großen und tiefen Pflanzgefäß aufgehoben
- Tief eingeschnittene Palmwedel und aus dem Stamm herauswachsende Stacheln
- Bevorzugt hellen, warmen und windgeschützten Standort
- Gut als schmückende Solitärpflanze geeignet
- Wächst sehr langsam, aber kontinuierlich
- Im Fachhandel nur selten zu erhalten, ausgewachsene Exemplare sind recht teuer
Standort & Pflanzsubstrat
Die Nadelpalme gedeiht sowohl auf dem Balkon, der Terrasse, im Wintergarten und im Zimmer, darüber hinaus lässt sich die widerstandsfähige Pflanze auch im Garten auspflanzen, wenn ein ausreichender Winterschutz vorhanden ist. Wenn die Rhapidophyllum hystrix als Zimmerpflanze im Kübel gehalten wird, dann lässt sich diese ohne Probleme von April bis Oktober ins Freie stellen. Die Nadelpalme bevorzugt ein lockeres Pflanzsubstrat, welches zwar gut durchlässig ist, ihr aber trotzdem genügend Halt bietet. Im Fachhandel wird ein spezielles Erdgemisch für Palmen angeboten, welches auf ihre Ansprüche zugeschnitten ist. Dieses kann in Eigenregie weiter verarbeitet werden, um es körniger zu machen, jedoch ist dabei auf Torf zu verzichten, denn dieser führt schnell zu Verbrennungen an den Wurzeln. Die folgenden Aspekte sind beim Standort und dem Pflanzsubstrat zu beachten:
- Ideal ist sonniger bis vollsonniger und warmer Standort
- Halbschatten wird toleriert
- Je größer die Palmenkrone, desto höher ist der Sonnenbedarf
- Extrem windanfällig, braucht windgeschützten Standort
- Starker Wind zerstört Palmwedel, ältere Pflanzen drohen umzukippen
- Lockeres, luftiges und gut wasserdurchlässiges Pflanzsubstrat
- Reguläre Pflanzerde ist nicht besonders gut geeignet
- Optimal ist Erdgemisch auf Kompostbasis, mit zugesetztem Blähton, Lavagranulat, Kies oder Sand
- Möglich ist das Zusetzen von Lehm und Humus in geringer Dosis
- Verträgt für eine Palme ungewöhnlicher Weise alkalischen pH-Wert im Erdboden
- Wichtig ist ausreichende Drainage im Boden, sowohl im Pflanzgefäß, als auch im Garten
Temperatur
Die Rhapidophyllum hystrix braucht bestimmte Temperaturwerte, um prächtig gedeihen zu können und ihren gewohnten Lebenszyklus bei zu behalten. Werden dieses Werte über- oder unterschritten, kann es passieren, dass die Pflanze nicht in die nötige Ruhephase übergehen kann:
- Warme und sogar heiße Temperaturwerte werden im Sommer bevorzugt
- Kommt jedoch auch mit niedrigeren Temperaturen in der Sommerzeit gut zurecht
- Im Winter beträgt die ideale Temperatur etwa 8-10° Celsius
- Zu hohe Temperaturen in den Wintermonaten führen zu einem Aussetzen der Ruheperiode
- Bei anhaltender Trockenheit der Luft zusätzlich mit kalkarmem Wasser besprühen
Gießen & Düngen
Die Nadelpalme hat einen mittleren Wasserbedarf, das Substrat sollte nie ganz austrocknen. Idealerweise wird der Gießrhythmus an die vorherrschenden Außentemperaturen, die jeweilige Wachstumsphase der Pflanze und die Stärke der Sonneneinstrahlung abgestimmt. Das Düngen ist regelmäßig, aber in Maßen durchzuführen, damit die Pflanze stets mit allen wichtigen Nährstoffen versorgt wird. Die Rhapidophyllum hystrix hat jedoch keinen besonders hohen Nährstoffbedarf, deshalb Dünger moderat dosieren und zu stark vorgedüngtes Pflanzsubstrat vermeiden. Die nachfolgenden Kriterien sind beim Gießen und Düngen zu beachten:
- Wenn die obere Substratschicht gut angetrocknet ist, reichlich gießen
- Besonders in tiefen Töpfen sollten Erdreich und Wurzelballen vollständig durchnässen
- Optimal ist abgestandenes, zimmerwarmes und kalkarmes Wasser
- Bei großer Trockenheit zusätzlich Blätter besprühen
- Pflanzsubstrat immer leicht feucht halten
- Staunässe unbedingt vermeiden, diese begünstigt Schimmelbildung und Wurzelfäule
- Alle 2 Wochen Volldünger einsetzen (Flüssigdünger, Granulat oder Düngestäbchen)
- Bevorzugt stickstoffbetonten Dünger
- Ideal ist spezieller Palmendünger oder Dünger für Grünpflanzen
- Nur während der Hauptwachstumsphase düngen, von April bis zum Ende des Sommers
- Einige Wochen vor Anbruch der Ruhephase ist das Düngen komplett einzustellen
- Im Winter Wassergaben deutlich verringern
Palmwedel, Wuchs & Wurzeln
Die Nadelpalme trägt ihren Namen aufgrund der Stacheln, welche aus ihrem Stamm herauswachsen. Die Heimat der Pflanze ist im Südosten der USA, dort wächst die Rhapidophyllum hystrix an den feuchten Stellen der Waldgebiete. Aufgrund ihrer Blätter lässt sich die Pflanze zuerst mit anderen Schirmpalmen verwechseln, jedoch ist der kurze und mit Nadeln übersäte Stamm einzigartig und unverwechselbar. Die Rhapidophyllum hystrix ist für eine Palme eher kleinwüchsig und erreicht selbst im Freiland mit zunehmendem Alter nur geringe Höhen:
- Niedrig bleibende Schirmpalme mit langsamem Wachstum
- Dunkelbraune, ca. 20 cm lange und spitze Stacheln
- Wuchshöhe zwischen 1-2 Metern, selten bis zu 3 Metern hoch
- Kurzer Stamm, aus dem die Palmwedel hervorgebracht werden
- Stamm wird nur ca. 1 Meter hoch, sehr selten bis zu 2 Meter
- Dicke des Stammes ca. 10 cm, mit dunklen Fasern bedeckt
- Durch die Stacheln wirkt der Stamm optisch dicker
- Fächerwedel sind tief eingeschnitten und sehr dekorativ
- Blätter schimmern öfter an der Unterseite silbrig
- Bildet in der Regel Ausläufer
- Erweckt durch Ausläufer den Anschein einer kleinen Palmgruppe
- Senkrecht nach unten wachsende Pfahlwurzel
Umtopfen
Wenn die Wurzeln anfangen oben und unten aus dem Pflanztopf heraus zu wachsen, dann ist es an der Zeit, die Nadelpalme umzutopfen. Der Pflanze sollte genug Platz gelassen werden, damit diese ein möglichst tiefes Wurzelwerk ausbilden kann, um in langanhaltenden Dürreperioden jederzeit die Aufnahme von Wasser und wichtigen Nährstoffen zu garantieren. Außerdem erreicht die Palme auf diese Weise einen guten Halt, um auch stärkeren Stürmen Stand halten zu können:
- Bester Zeitpunkt zum Umtopfen ist der Frühling
- Pflanze vorsichtig in ein deutlich größeres und tieferes Gefäß umsetzen
- Substrat zunächst nur leicht andrücken, nach dem ersten Gießvorgang bei Bedarf auffüllen
- Tiefer Topf ist wichtig, denn die Wurzeln streben nach unten
- Schlechte Standfähigkeit, wenn sich nur flaches Wurzelwerk ausbilden kann
Schneiden
Wenn sich an der Nadelpalme braune Blätter ausbilden, dürfen diese beschnitten werden. Darüber hinaus ist die Pflanze zu stutzen, wenn sie ihre Pflanznachbarn belästigt. Die Blätter müssen beim Schnitt komplett vertrocknet sein, ansonsten hat die Pflanze noch nicht alle wichtigen Reservestoffe aus diesen abgezogen und leidet unnötigerweise unter dem Beschneiden:
- Nicht an der Spitze beschneiden, dort sitzt der Vegetationspunkt
- Braune Blätter erst nach vollständigem Eintrocknen entfernen
- Blattstiel vorsichtig an der Basis abschneiden
- Kleines Reststück des Stiels am Stamm belassen, ca. 3 cm
- Scharfe und saubere Messer und Gartenscheren nutzen
- Bei der Entfernung von braunen Blattspitzen kleinen welken Rand stehen lassen
- Blattrest verhindert das weitere Abwelken des Blattes
Überwintern
Die Nadelpalme ist für ein Palmengewächs erstaunlicherweise extrem winterfest und kann den Winter auch im Freiland verbringen. Jedoch braucht die Pflanze beim Überwintern einen guten Schutz, um diese Winterzeit unbeschadet zu überdauern. Es ist unbedingt zu vermeiden, dass der Wurzelballen komplett durchgefroren ist. Zwar toleriert die Palme kurzzeitig sehr starken Frost, jedoch sind die Wurzeln deutlich weniger frostresistent als die oberirdisch wachsenden Pflanzenteile. Wenn die Palme in einem Gefäß kultiviert wird, bietet sich der Umzug in ein geeignetes Winterquartier an. Die folgenden Aspekte sind beim Überwintern zu beachten:
- Kann in den hiesigen Breitengraden im Freien überwintern
- Übersteht kurzfristig Temperaturwerte von -15 bis zu -22° Celsius
- Temperaturminimum darf jedoch nicht langfristig überschritten werden
- Wichtig ist ausreichender Nässe- und Winterschutz, vor allem der Stammspitzen und Palmwedel
- Im Garten ausgepflanzte Palme mit Folie überdachen
- An den Seiten offen lassen, damit Belüftung weiterhin gegeben ist
- Palmwedel in der Winterzeit nach oben hin zusammenbinden, vorsichtig und locker mit Vlies umwickeln
- Vliesverband regelmäßig öffnen, um Luftaustausch zu generieren, sonst droht Fäulnis
- Erboden oberhalb der Wurzeln mit Bast- oder Strohmatten abdecken
- Beim Überwintern im Haus sind Temperaturen zwischen 5-15° C möglich, ideal sind 8° C
- Wichtig ist heller Standort ohne Durchzug und nicht in der Nähe der Heizung
Vermehren
Die Rhapidophyllum hystrix lässt sich mit Samen vermehren, dieses gestaltet sich jedoch oft sehr schwierig und außerdem sind keimfähige Samen schwer zu bekommen. Die folgenden Aspekte sind beim Vermehren zu berücksichtigen:
- Samen im Frühling in kleine Töpfe mit Anzuchterde auspflanzen
- Samen ca. 1-2 cm tief in das Pflanzsubstrat eindrücken
- Substrat stets leicht feucht halten, zwischendurch besprühen
- Anzucht-Töpfe an hellem und warmem Standort aufstellen
- Keimzeit kann bis zu 2 Jahre betragen
- Samen keimen oft sehr unzuverlässig
Krankheiten & Schädlinge
Bei Pflegefehlern und falschen Standortbedingungen reagiert die Nadelpalme mit braunen, gelben und verwelkten Blättern und einem unschönen Äußeren. Außerdem neigt diese zu einem Befall mit Schädlingen. Im Winterquartier herrscht oft zu trockene Luft, in diesem Fall hilft ein regelmäßiges Besprühen der Pflanze, um einem Schädlingsbefall vorzubeugen. Die folgenden Vorgehensweisen haben sich bei Krankheiten und Schädlingen bewährt:
- Anhaltende Staunässe führt zu Wurzelfäule
- Bei verfaulten Wurzeln Gießeinheiten einschränken und eventuell umtopfen
- Befall mit Spinnmilben möglich
- Speziell in der Winterzeit anfällig für Schild- und Wollläuse
- Bei überschaubarem Befall Parasiten vorsichtig abwischen
- Ideal zum Säubern ist Lösung aus Spiritus und Schmierseife
- Bei starkem Befall Schädlingsbekämpfungsmittel aus dem Fachhandel einsetzen
Häufig gestellte Fragen
Was hilft gegen ständig auftauchende, braune oder gelbe Blätter?
Wenn die Blätter beständig braun oder gelb sind, dann sind zunächst die Düngergaben und die Gießvorgänge zu reduzieren. Ein Umtopfen und die Erneuerung des Pflanzsubstrates kann ebenfalls die Regeneration fördern. Wenn die Sonnenbestrahlung anhaltend zu stark ist, dann führt diese zu hässlichem Blattbrand, in diesem Fall ist die Nadelpalme in der starken Mittagshitze in den Schatten zu stellen.
Worauf sollte beim Pflanzsubstrat geachtet werden?
Reine Torf- und Humuserde ohne auflockernde Zusätze eignet sich nicht für die Nadelpalme, da dieses Substrat schnell einsackt und dann keine Drainage und Belüftung der Wurzeln mehr gegeben sind. Die Bildung von Staunässe und der daraus folgenden Wurzelfäule wird auf diese Weise gefördert, deshalb ist das Substrat stets mit Blähton, Kies, Sand oder einem Granulat aufzulockern.
Worauf ist beim Überwintern von Kübelpflanzen im Freien zu achten?
Auch die Kübelpflanzen lassen sich im Freien überwintern, brauchen aber einen zusätzlichen Winterschutz für das Gefäß, damit die Wurzeln nicht nach einigen Tagen bei starkem Frost vollständig durchfrieren und die Pflanze abstirbt. Ideal sind Styroporplatten als Unterlage und eine Ummantelung aus wärmedämmenden Materialien.