Nur wenig Zeit? Dann lies unsere Tipps für Schnellleser.
Zebragras ist eine auffällige Variation des weit verbreiteten Chinaschilfs. Es sticht vor allem durch seine waagerechten, gelbgrünen oder fast weißen, in recht gleichmäßig verlaufenden Abständen befindlichen Streifen auf den Halmen hervor. Dieses gut winterharte Süßgras ist eine Bereicherung für jeden Garten. Besonders gut macht sich das Zebragras als Solitär. Mit jedem Jahr wird es stattlicher. Die Pflege ist nicht kompliziert, allerdings muss einiges beachtet werden, will man nicht, dass es sich unkontrolliert ausbreitet oder den Winter nicht übersteht. Wie Miscanthus stictus gepflegt und geschnitten wird, erfahren Sie im Folgenden.
Steckbrief
- Auch Stachelschweingras oder Zebraschilf genannt
- Süßgras
- Stammt aus China bzw. Asien
- Wächst aufrecht bis straff aufrecht, obwohl es auch hängende Sorten gibt
- Blatthöhe bis 150 cm, Blütenhöhe bis 180 cm
- Blätter gelb-grün, Blüte- federartige braune Rispen, weiß-silbrig schimmernd
- Blüte von September bis Oktober, meist nur nach einem heißen Sommer und eher selten
- Rhizombildend
- Meist ausreichend winterhart
- Sehr gutes Solitärgras
- Gibt Beeten Struktur
Die Pflege von Zebragras
Die Pflege von Zebragras erfordert keine großen Anstrengungen. Wenn Standort und Pflanzsubstrat stimmen, muss nur für ausreichend Wasser und Nährstoffe Sorge getragen werden. Geschnitten wird nur einmal pro Jahr, nämlich kurz vor dem Neuaustrieb und die Überwinterung ist in der Regel auch kein Problem. Alles in allem ist dieses Gras eine Bereicherung für jeden Garten. Wer Platz hat, kann eine Gruppe davon pflanzen, aber auch ein einzelnes Exemplar wirkt prima als Solitär. Wer Gräser liebt, für den ist das prächtige Zebragras sicher eine Bereicherung im Garten.
Standort
Zebragras favorisiert einen sonnigen Standort. Zwar ist durchaus ein halbschattiger Platz möglich, aber dann verschwinden die schönen Querstreifen. Das Gras ist immer noch sehr dekorativ, aber die Besonderheit fehlt. Es wäre schade um das tolle Aussehen. Auch bei zu kühlem Standort verschwinden die Streifen mit der Zeit.
- Sonnig
- Bevorzugt südliche Lage
- Ideal ist ein Schutz vor starken Winden
- Da das Zebragras feuchte Böden bevorzugt, ist ein Gewässerrand in sonniger Lage ein idealer Standort.
Pflanzsubstrat
Das Pflanzsubstrat ist wichtig. Nur in entsprechender Erde kann das Gras optimal gedeihen. Sie sollte durchlässig, humos und nährstoffhaltig sein. Ideal ist eine sandig-lehmige Erde oder eine Lehmerde, die ausreichend Kiesanteile enthält. Wichtig ist auch der pH-Wert. Zebragras kann in Pflanzgefäßen kultiviert werden, allerdings ist die Überwinterung dann nicht so problemlos, wie im ausgepflanzten Zustand.
- Trockene bis frische Böden
- Unbedingt durchlässig
- Weder zu trocken, noch zu nass
- Auf keinen Fall Staunässe
- Nährstoffhaltig
- pH-Wert zwischen 4,6 und 7,5
- Günstig ist ein sandig-lehmiger Boden
- Verträgt Wärme und Hitze sehr gut, wenn ausreichend gewässert wird
- Kommt mit Temperaturen bis –23°C klar.
Pflanzen
Beim Pflanzen ist nichts besonderes zu beachten, außer dass man vielleicht eine Wurzelsperre einbaut, damit sich das Gras nicht zu sehr vermehrt. Das Pflanzloch muss ausreichend groß für den Wurzelballen sein. Wie schon erwähnt, steht Zebragras ideal an einem Teichrand. Die immer leicht feuchte Erde fördert den Wuchs. Allerdings muss hier wieder darauf geachtet werden, dass es sich nicht zu sehr ausbreitet. Es hat eben alles Vor- und Nachteile.
- 1 Pflanze pro qm, auch wenn es einige Jahre dauert, bis sie diese Fläche ausfüllt
- Pflanzabstand etwa 1 Meter
- Gut als Sichtschutz
- Oft ist die Ausbringung einer Wurzelsperre sinnvoll, damit sich die Rhizome nicht zu weit ausbreiten. Das sollte gleich beim Pflanzen berücksichtigt werden. Zwar können Teile des Horstes gut abgetrennt werden, aber je älter er ist, um so schwieriger wird das. Die Horste sind groß und dick und man kommt selbst mit dem Spaten kaum noch durch, nicht mal, wenn man sich auf ihn stellt. Es ist kraftaufwändig und zeitintensiv.
Gießen und Düngen
Zum Gedeihen ist ausreichend Feuchtigkeit notwendig, genauso wie Nährstoffe. Je trockener die natürlichen Gegebenheiten, um so mehr muss gewässert werden. Am besten ist, wenn das Pflanzsubstrat niemals austrocknet. Selbst kurze Trockenperioden verträgt das Zebragras nur schlecht. Staunässe ist aber ebenfalls schlecht. Wurzelfäule durch ständig nasse Füße tötet die Wurzel und damit die gesamte Pflanze recht zügig ab. Auch für Nährstoffe muss gesorgt werden.
- Regelmäßiges Wässern ist wichtig.
- Besonders bei Trockenheit und Wärme benötigen die Pflanzen ausreichend Wasser.
- Im Kübel kultivierte Gräser müssen unter Umständen zweimal am Tag Wasser erhalten.
- Gedüngt wird in der Wachstumsperiode.
- Als sehr guter Dünger hat sich Kompost erwiesen.
- Notfalls kommt das Gras auch ohne Dünger aus, wächst aber besser mit.
Schneiden
Zebragras muss geschnitten werden, allerdings nur einmal pro Jahr. Wichtig ist der Zeitpunkt. Viele schneiden schon im Herbst. Ich würde das nicht tun. Das Laub bietet dem Herz der Pflanze im Winter einen guten Schutz, nicht nur vor Frost, sondern vor allem vor Nässe. Die mag Zebragras nämlich gar nicht. Dazu sieht das Laub auch noch sehr gut aus, besonders bei Frost. Ideal ist, das Gras erst im Frühjahr zu schneiden, kurz vor dem Neuaustrieb. Wenn zu spät geschnitten wird, können die frischen Spitzen verletzt oder gar weggeschnitten werden, das wäre ungünstig.
- Schnitt im Frühjahr, vor dem Austrieb.
- Gras bodennah gerade abschneiden, aber ohne die neuen Triebe zu verletzen!
- Der Schnitt erfolgt, sobald sich die ersten zarten, grünen Spitzen erahnen lassen.
- Am besten ist es, eine sehr scharfe Schere zu nutzen. In einem Ritt kann so ein ganzer Horst mit einer Astschere geschnitten werden.
- Wer den perfekten Zeitpunkt verpasst, sollte die alten Halme dann am besten einzeln herausschneiden. So wird vermieden, dass junges, frisches Grün abgetrennt wird.
Überwintern
Wer nicht in Regionen mit langanhaltenden und sehr tiefen Frösten lebt, für den bereitet die Überwinterung des Zebragrases meist kein Problem. Auch ohne speziellen Schutz verträgt es Temperaturen weit unter Null, bis etwa –20°C. Sinn macht es, bei großer Kälte die Halme oben zusammenzubinden. So können sie das Herz des Horstes besser schützen, vor Kälte und gleichzeitig für Nässe. Zebragras im Kübel benötigt besonderen Schutz, damit der Pflanzballen nicht durchfriert.
- Frosthart bis etwa –20°C.
- Ideal ist, die Halme oben zusammenzubinden, so dass ein oben spitz zulaufendes Zelt entsteht.
- Dies schützt das etwas empfindliche Herz der Pflanze, vor Frost und Nässe.
- Gras nicht abschneiden!
- Kübel müssen besonders geschützt werden.
- Am besten stellt man sie an eine warme Hauswand, in eine besonders geschützte, wenn möglich überdachte Ecke.
- Den Kübel in eine dicke Isoliermatte einschlagen, aber so, dass Wasser noch abfließen kann.
- Auch die Halme etwas einpacken und zuvor zusammenbinden.
- An frostfreien Tagen das Gießen nicht vergessen, denn der Ballen darf nicht komplett austrocknen.
Vermehrung
Am einfachsten ist Zebragras durch die Teilung des Wurzelballens zu vermehren. Auch hier ist wieder der passende Zeitpunkt entscheidend. Ideal ist eine Teilung nach dem Rückschnitt. Dabei sollte dieser in dem Jahr etwas eher erfolgen, bevor die ersten Spitzen der neuen Triebe zu erkennen sind. Wenn diese erscheinen, sollte der ganze Prozess abgeschlossen sein. Alternativ kann Zebragras durch Aussaat vermehrt werden. Samen bekommt man im Handel.
Ballen trennen
- Der Wurzelballen sollte vorsichtig geteilt werden. Am besten nimmt man einen scharfen Spaten, damit geht es am einfachsten.
- Eine Hälfte kann an selbiger Stelle wieder eingepflanzt werden. Die andere bekommt einen neuen Platz.
- Natürlich darf der Boden nicht gefroren sein.
Aussaat
- In Aussaaterde legen
- Nur leicht mit Substrat bedecken
- Leicht feucht und warm halten, etwa bei 20°C
- Samen aus eigener Ernte sind meist nicht sortenecht, also nicht wundern, wenn das Gras keine Streifen hat.
Krankheiten und Schädlinge
Eigentlich ist das Zebragras sehr robust und gesund. Spezifische Krankheiten sind nicht bekannt. Schädlinge können natürlich immer mal vorkommen, aber in der Regel lassen sie die meisten Gräser in Ruhe, bzw. richten keine größeren Schäden an. Sie fressen mal einige Blätter an, sind dann aber wieder weg. Gräser sind meist sehr robust und gesund, das Zebragras ist da keine Ausnahme.
Häufige Fragen
Das Zebragras blüht nicht. Woran liegt das?
Zebragras blüht in unserem mitteleuropäischen Klima nicht jedes Jahr. Die Pflanzen benötigen einen sehr warmen Sommer, um bis zur Blüte zu kommen. Unsere durchschnittlichen Sommer sind zu kühl und zu kurz. So blüht das Gras nicht regelmäßig und wenn es blüht, dann recht spät. Die Samen reifen nicht aus, dafür reicht die Zeit nicht.
Das Zebragras wird braun. Ist das normal?
Nein, es sei denn, es ist schon recht später Herbst. Wenn das Gras im Sommer braun wird, liegt das meist an zu wenig Wasser. Allerdings kann auch Nährstoffmangel vorliegen. Die Schäden durch Wassermangel werden nicht gleich in unmittelbarer Folge sichtbar. Die Auswirkungen verzögern sich um einige Wochen. Ist es braun, kann man in diesem Jahr nicht mehr viel retten. Wichtig ist, im darauffolgenden Jahr auf ausreichend Feuchtigkeit zu achten.
Was kann man gegen die kahlen Stellen in der Mitte des Zebragrases machen?
Diese kahlen Stellen sind normal. Sie bilden sich, wenn die Horste größer werden und nach außen wachsen. Innen verkahlen die Gräser mit den Jahren. Das ist nicht schlimm, sieht aber nicht schön aus. Man muss das Zebragras komplett ausgraben, den gesamten Ballen, was ein ganz schöner Akt sein kann, je nachdem, wie alt das Gras ist. Der richtige Zeitpunkt ist nach dem Rückschnitt. Da ist der Ballen gut zu handhaben. Der Wurzelballen muss danach geteilt werden, mindestens halbiert, besser aber geviertelt. Die Teile werden dann separat wieder in Erde gesetzt. Für das Zebragras wirkt diese Maßnahme wie eine Verjüngungskur. Es gibt keine kahlen Stellen mehr und das Gras wächst üppig und sieht gesund aus.